Vorstellung des Tagungsbands „Sportgeschichte mitten in Deutschland“ bei der Jubiläumsveranstaltung „25 Jahre Deutsche Einheit- 25 Jahre Einheit des Sports“ in Freyburg (Unstrut)

Im vergangenen Herbst trafen sich rund 80 sporthistorisch Interessierte aus dem ganzen Bundesgebiet, der Schweiz und Tschechien in Freyburg an der Unstrut um sich beim 7. DAGS-Symposium, unter dem Motto „Sammeln-Erforschen-Zeigen: Sportgeschichte mitten in Deutschland“, auszutauschen. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte DOSB- Präsident Alfons Hörmann übernommen. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung zu „25 Jahre Deutsche Einheit- 25 Jahre Einheit des Sports“, am 8.Oktober, wird der Tagungsband nun offiziell in Freyburg vorgestellt und dem Schirmherrn übergeben werden.

 

Der Band dokumentiert aktuelle Forschungsfelder und -themen der Sportgeschichte in Deutschland und insbesondere der mitteldeutschen Region. Die einzelnen Beiträge verdeutlichen die Themenvielfalt und Bandbreite der sporthistorischen Forschung hierzulande. Diese reicht von lokal- und regionalhistorischen Ansätzen über klassische Themen bis hin zu interdisziplinären und kulturgeschichtlichen Beiträgen. Bereits im Einführungsvortrag des renommierten Sporthistorikers Prof. Dr. Michael Krüger (Universität Münster) wird veranschaulicht, dass Sportgeschichte als integraler Bestandteil anderer Forschungsfelder heute zunehmend auch außerhalb der sportwissenschaftlichen Fakultäten und Universitäten ihren Platz findet. Mit den Beiträgen von Dr. Emanuel Hübner, Dr. Alexander Friedman und Martin Klement wird zudem deutlich, dass zur Erforschung der deutschen Sportgeschichte auch die Zusammenarbeit mit Institutionen und Kollegen außerhalb der Landesgrenzen lohnt. Der Band liefert damit Impulse zur verstärkten Kooperation zwischen Museen, Hochschulen, Archiven und Wissenschaftlern und regt zur internationalen und interdisziplinären Bearbeitung sportgeschichtlicher Fragestellungen an.

 

Bei dem vorliegenden Titel handelt es sich um den zweiten Band der 2014 eröffneten Schriftenreihe, die im ARETE Verlag (Hildesheim) publiziert wird und vorher als DAGS-Magazin“ erschien. „Sportgeschichte mitten in Deutschland“ – herausgegeben von Manuela Dietz, Michael Thomas und Josef Ulfkotte– ist im arete Verlag oder in jeder guten Buchhandlung erhältlich und kostet EURO 29,95 (312 Seiten mit zahleichen s/w-Abbildungen, kartoniert, ISBN 978-3-942468-63-3)

25 Jahre Vereinigung im DTB

Vor 25 Jahren, am 8. und 9. September 1990, nahm der Deutsche Turntag in Hannover die fünf neuen Landesturnverbände aus dem Osten Deutschlands in den Deutschen Turner-Bund auf. Damit war der DTB der erste unter den Sportverbänden, der die Einheit vollzog, noch vor der politischen Vereinigung am 3. Oktober 1990.

 

Nachdem die DDR-Volkskammer im Juli 1990 mit dem Ländereinführungsgesetz die Bildung von fünf Bundesländern beschlossen hatte, war die föderale Struktur auch für den Sport besiegelt. Im September 1990 gründeten sich nach und nach die Landessportbünde. Die Turner-Bünde waren darauf vorbereitet. Bereits am 5. Mai 1990 wurde in Bad Blankenburg der Thüringer Turnverband aus der Taufe gehoben und Anita Pester zur ersten Präsidentin gewählt. Es folgte am 9. Juni in Chemnitz der Sächsische Turnverband mit Dr. Harry Schwarz an der Spitze. Der Landesturnverband Sachsen-Anhalt wurde am 20. Juni 1990 gegründet, geführt vom viel zu früh verstorbenen Präsidenten Prof. Dr. Jürgen Leirich. Am 25. August fand in Güstrow die Gründung des Landesturnverbandes Mecklenburg-Vorpommern statt, erster Präsident war der inzwischen ebenfalls verstorbene Rudi Reichert. Nachzügler war der Märkische Turner-Bund Brandenburg, der am 8. Dezember in Frankfurt/Oder unter Präsident Ulrich Baumann ins Leben gerufen wurde.

 

Eine Besonderheit für den Einheitsprozess im Turner-Bund bestand darin, dass neben dem DTV der DDR weitere Verbände in der DDR Fachgebiete des Turnens vertraten: Der Deutsche Faustballverband, der Deutsche Wanderverband, der Deutsche Orientierungslaufverband und der Musik- und Spielleuteverband. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurden die Vertreter der Turn-Sportarten aus der DDR in das DTB-Präsidium kooptiert mit dem neu gewählten Präsidenten Prof. Dr. Jürgen Dieckert an der Spitze. Mit dem Deutschen Turntag 1992 in Bonn war der Vereinigungsprozess dann komplett vollendet.

 

Die Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft plant aus diesem Anlass am 8. Oktober 2015, um 16 Uhr, im Schützenhaus Freyburg (Unstrut) eine Veranstaltung zu Bilanz und Perspektiven des Sports „mitten in Deutschland“.

Sonderausstellung 2015

Ferdinand Goetz und Freyburg

Unter dem Titel "Ferdinand Goetz und Freyburg" eröffnet am Samstag, dem 22.08., um 18 Uhr unsere neue Sonderausstellung. Sie beleuchtet den Leipziger Arzt Dr. Ferdinand Goetz. Der von den Leipzigern liebevoll genannte "Töpfchendoktor von Lindenau" war weitaus mehr als nur Arzt. Ab 1860 bis zu seinem Tode war er der Geschäftsführer der Deutschen Turnerschaft, 1895 auch deren Vorstandsvorsitzender. Nach Jahn gilt er als einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Turnbewegung in Deutschland. Er legte in Leipzig-Lindental das Archiv (später die Bibliothek) der Deutschen Turnerschaft an und war zusammen mit dem Unternehmer Karl Heine Gründer und Initiator zahlreicher Bürger- und sozialer Vereine. Auch in Freyburg ist sein Schaffen bis heute nicht zu übersehen. Auf Goetz Initiative entstanden hier die bis heute stadtbildprägende Erinnerungsturnhalle und die Ehrenhalle. Dafür Verlieh ihm die Stadt das Ehrenbürgerrecht. Anlässlich des 100. Todestages, welcher am 13.Oktober diesen Jahres auch in Leipzig feierlich begangen wird, widmet das Jahn-Museum dem "zweiten großen Kopf" der Turnbewegung eine Sonderausstellung.