Sonderausstellung „Vereine stellen sich vor – Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“

Unter dieser Thematik wurde am 01. Dezember die nunmehr 12. vorweihnachtliche Ausstellung im Jahn-Museum eröffnet. Die Erben Friedrich Ludwig Jahns – so lautet der Einführungstext zur Sonderausstellung. Bereits während seiner Hauslehrertätigkeit in Neubrandenburg 1803/04 hatte Friedrich Ludwig Jahn mit Schülern vielfältige Leibesübungen betrieben. Als er 1811 in der Hasenheide den ersten öffentlichen Turnplatz begründete, ahnte er sicher nicht, was für eine Bewegung er ins Rollen brachte. Seit über 200 Jahren wird in der ganzen Welt geturnt. Jahns Tätigkeit auf dem Turnplatz war vor allem der Arbeit mit Jugendlichen gewidmet. Er forderte aber auch, dass jeder Turnplatz einen Spielplatz haben sollte, denn mit körperlicher Ertüchtigung kann man nicht früh genug beginnen. Auch heute noch nimmt die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einen großen Teil der Vereinstätigkeit ein. Das Erbe von Friedrich Ludwig Jahn wird von ihnen wach gehalten und bewahrt. In der weihnachtlich geschmückten oberen Etage präsentieren sich Vereine, die sich verstärkt der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen widmen. Es präsentieren sich mit ihrer Geschichte und verschiedenen Exponaten der Landesstützpunkt Laucha, der SC Empor Laucha Sektion Aerobic, die Turn- und Sportgemeinschaft „Jahnstadt“ mit seinen Abteilungen Floorball (Unihockey), Knabenfußball und Karate sowie die Kinderfeuerwehr „Löschzwerge“ Freyburg. Zur Eröffnung begeisterten die Aerobic-Mädchen des SC Empor Laucha unter Leitung von Jessica Rößler die mehr als 50 Gäste mit einem beeindruckenden Programm. Die Sonderausstellung ist bis 31.03.2013 zu den Öffnungszeiten zu besichtigen.

Ilona Kohlberg, Mueseumsleiterin

Turnpferd wird Weihnachten 200 Jahre alt

Bericht aus der Deutschen Turnzeitung 1898

Im Winter 1811/12 hatte Friedrich Ludwig Jahn vier Turnern, Dürre, Pischon, Moliere und Zenker durch den Fechtmeister des Kadettenkorps Benecke Unterricht im Schwingen (Voltigieren, Pferdspringen) erteilen lassen. Die übungen wurden dann an einem alten, der „Fechtgesellschaft“ gehörenden Schwingel (Pferd) fortgesetzt. Dies war sehr wackelig und wenig mehr zu gebrauchen. Als es dann in einer Wagenremise stand, versanken Pferd und Springer völlig im Staub. Daraufhin starteten Jahns Schüler einen Aufruf zu einer Geldsammlung zur Anschaffung eines Schwingpferdes. Es kamen 100 Taler (damals eine große Summe) zusammen, von denen 90 Taler für das mit schmiedeeisernen Stellfüßen versehene Pferd verausgabt wurden. Dieses wurde dann in den Veronaschen Saal in der Behrenstraße gebracht.

Am Weihnachtsabend 1812 führten die Turner Jahn, der von all dem nichts erfahren hatte, in den hell erleuchteten Saal, wo Fechtpaare ihn mit Scheingefecht willkommen hießen und zu dem Pferd als Weihnachtsgeschenk führten.

Nach Jahns Verhaftung 1819 kam das Pferd in den Eiselenschen Turnsaal und von da 1851 zur Eröffnung der königlichen Zentralturnanstalt in der Scharnhorststraße mit den übrigen Geräten dorthin. Es wurde hier mit Vorliebe benutzt. Bei der Gründung der königlichen Turnlehreranstalt 1877 wanderte das Pferd zunächst in das königliche Wilhelms-Gymnasium. Von da kam es 1879 in die neu erbaute Anstalt in der Friedrichstraße 229, wo es in einer Ecke des großen Turnsaales mit frischem Lederüberzug versehen, ein beschauliches Dasein führte. Auf Ersuchen des Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft, Dr. Ferdinand Goetz, hat sich der Unterrichtsminister Dr. Bosse 1898 damit einverstanden erklärt, dass das Pferd dem Jahn-Museum in Freyburg a. d. Unstrut überwiesen werde.

Seit dieser Zeit gehört das Turnpferd zum Inventar des Friedrich-Ludwig-Jahn-Museums.

Ilona Kohlberg

80 Jahre Friedrich-Ludwig-Jahn-Hütte auf den Neuhöfer Wiesen bei Schmalkalden

Zitat aus dem Grußwort der Festschrift von Gerlinde Garbe, 1. Vorsitzende des Schmalkaldener Wandervereins „Turnvater Jahn“, der seit 2002 Mitglied der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft ist: „Die damaligen Erbauer, Mitglieder von Turnvereinen und Natur- und Heimatfreunde aus Steinbach-Hallenberg, Altersbach, Asbach, Näherstille, Struth-Helmershof, Schmalkalden, Unter- und Oberschönau haben wohl nicht gedacht, dass ihre Schutzhütte einmal ein solch beliebtes Wanderziel für Wanderfreunde aus nah und fern werden würde.

Am 13. November 1932 erhielt die Hütte zur Einweihungsfeier den Namen Friedrich Ludwig Jahn – des Begründers und Organisators des Deutschen Turnwesens im 19. Jahrhundert. Diesen Namen zu tragen ist für uns Ehre und Verpflichtung, gilt es doch, unsere Jugend gerade in der heutigen Zeit, zu regelmäßiger sportlicher Betätigung zu erziehen und dafür zu begeistern.“

Der Schmalkaldener Wanderverein trägt mit Stolz den verpflichtenden Namen des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn. In seinen Publikationen trägt er sein Leben, Wirken und seine Bedeutung in die Öffentlichkeit. So auch in der zum Jubiläum erschienenen Festschrift, die dazu einen ausführlichen Beitrag unseres kürzlich verstorbenen Vizepräsidenten Prof. Dr. Jürgen Leirich enthält, an den in einer Gedenkminute erinnert wurde. Bereits zum 70-jährigen Bestehen der Jahnhütte war ich als Leiterin des Friedrich-Ludwig-Jahn-Museums und als Vertreter des damaligen Jahnfördervereins zur Enthüllung eines Jahn-Gedenksteines eingeladen. Dieser stand jedoch an einer ungeeigneten Stelle, wo er den Unbilden der Witterung nicht stand hielt. Es wurde beschlossen, ihn zu einem geeigneten Anlass neu zu errichten, was nun zur Feier „80 Jahre Jahnhütte“ in die Tat umgesetzt wurde. Zu diesem Anlass hatte auch die Jahngesellschaft eine Einladung, die ich als Geschäftsführerin gern entgegen genommen habe. Ich überbrachte im Namen unseres
Präsidenten Hansgeorg Kling Grußworte und ein Präsent der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft.

Ilona Kohlberg