Jürgen Dieckert (Oldenburg) wird 80

 

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Dieckert, Ehrenpräsident des Deutschen Turner-Bundes seit 2000 und Gründungsmitglied der Jahn-Gesellschaft, begeht am 10. Juni 2015 seinen 80. Geburtstag.

 

Der stets aufgeschlossene Junggebliebene war in seiner Jugend für den TK Hannover ein erfolgreicher Mehrkämpfer und wurde 1956 Deutscher Juniorenmeister im Deutschen Zwölfkampf. Nach dem Abitur in 1955 studierte er in Göttingen Germanistik und Leibeserziehung. Sein beruflicher Weg führte ihn zunächst an das Institut für Leibeserziehung der Universität Saarbrücken, wo er 1968 zum Dr. phil. Promovierte, danach auf den Lehrstuhl für Leibeserziehung der damaligen Pädagogischen Hochschule Oldenburg, 1974 folgte die Professur für Sportwissenschaft an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

 

Im Deutschen Turner-Bund (DTB) war er von 1962 bis 1966 als Bundesjugendwart Mitglied des Präsidiums. Von 1970 bis 1974 Mitglied im Präsidium des Deutschen Sport-Bundes (DSB), machte er sich als Mitbegründer der Trimm-dich-Bewegung verdient. Zeit seines Lebens ging es ihm um den Ausbau und die Differenzierung des Breiten- und Freizeitsports. Von 1980 bis 1983 untersuchte er in Brasilien als Gastprofessor einen Indianerstamm auf seine Spiel- und Bewegungskultur hin, was sich u. a. in mehreren Fernsehfilmen niederschlug.

 

Sein entscheidendes Wirken für das Turnen fällt in die Jahre zwischen 1990 und 2000, als er Präsident des DTB war (sein Vorgänger: Dr. Walter Wallmann, sein Nachfolger: Rainer Brechtken). Mehrere Jahre war er daneben Mitglied im Präsidium des Nationalen Olympischen Komitees (NOK).

 

Jürgen Dieckert gehört mit Jürgen Leirich und Martin Bertling zu den drei Initiatoren, die 1992 für die Gründung des Jahn-Fördervereins sorgten, des Vorgängers der jetzigen Jahn-Gesellschaft. So kommt es, dass sein Freyburger Mitgliedsausweis die Nummer 1 trägt.

 

Auch nach 2000 war er noch gefragt: als Autor zahlreicher Beiträge über Jahn und die Turnbewegung sowie als Festredner, z. B. 2013 bei der Feier 200 Jahre Hasenheide. 1997 wurde er mit dem Verdienstkreuz am Bande des Bundesverdienstordens ausgezeichnet. Zusammen mit seiner Frau Bärbel hat er seinen Lebensmittelpunkt weiterhin in Oldenburg.

 

 

Hansgeorg Kling