2014: Erlebt, Erworben, Gesammelt

Vom 23. August bis 30. Oktober 2014 Sonderausstellung 150 Jahre Erinnerungskultur zu deutschen Turnfesten

 

Das Turnen war von Anfang an eine soziale Bewegung, in der das gemeinsame Tun eine zentrale Rolle spielte. In dem Maße, wie es sich ausbreitete, wie besonders nach 1860 Vereine aus dem Boden schossen und mit der Deutschen Turnerschaft (DT) eine übergreifende Struktur entstand, bildete sich auch eine turnerische Kultur heraus. Sie zeigte sich örtlich im Leben der Vereine und in größerem Rahmen bei den Festen, insbesondere bei den großen Deutschen Turnfesten mit Zehn- bis Hunderttausenden von Teilnehmern.

 

Zu dieser Kultur gehörten und gehören Fahnen, Urkunden, Siegerzeichen, Liederbücher, Zeitschriften, eine einheitliche Turnkleidung, aber auch Erinnerungsstücke aller Art. Zwei wichtige Gruppen von Erinnerungsstücken sind dabei Postkarten und Krüge bzw. Gläser. Sie bilden den Kern dieser Ausstellung und werden durch eine Reihe anderer Gegenstände ergänzt. Das meiste steht in Zusammenhang mit Turnfesten,die eine natürliche

                                                                                Gelegenheit zur Herstellung und zum Vertrieb solcher Gegenstände boten.

 

Die meisten dieser Objekte entstanden um die Jahrhundertwende, als Karten und Krüge ganz allgemein ihre Blütezeit hatten. Diese Gegenstände waren zunächst mit persönlichen Erlebnissen verknüpft und wurden privat und auch auf Vereinsebene zur Erinnerung aufbewahrt. Manche, wie Gürtel oder Krüge, wurden auch in ihrem eigentlichen Sinn benutzt. Später trat der persönliche, erinnernde Aspekt zurück und sie wurden Gegenstände des Sammelns in Museen und privaten Sammlungen. Auf diese Weise haben sich etliche dieser Objekte bis heute erhalten. Mit der Zeit etablierte sich ein Sammlermarkt für derartige Stücke.