Geburtsort Lanz

„Kennst Du mein Geburtsdorf mit seinen näheren und weitern Umgebungen, so kennst Du meine erste Lehrerin, die dortige Natur. Was uns umgibt, hat auf die Erzeugung und Entwicklung unserer Gedanken mächtigen Einfluß. Eindrücke der Jugend herrschen bis ins Alter. Lanz liegt bei Lenzen am Fuße des Urufers der Elbe, am Anfange der Prignitzschen Marsch, hart am dortigen Geestlande. Die Dorfmark ist ungeheuer groß, und hat die Abwechslung jeder Ackerart. Den fettesten Kleiboden der Marsch enthält sie, und den ärgsten Deutschen Flugsand, wo der Wind Hügel verweht, und zusammenbläset, und tiefe Thäler aufwühlt. ... Wann ich zu erst Zeitungen gelesen habe, weiß ich nicht, nur daß ich im 8ten Jahre als Friedrich II starb, schon Friedrichs Gegener niederdisputierte, wozu ich oft Gelegenheit hatt, wenn ich mit Mecklenburgern und Hannoveranern zusammentraf.“

(Aus einem Briefentwurf Jahns an Salchow von 1806)

„Ich bin Grenzer, wirklicher Markmann. Im Preußischen, eine Stunde vom Hannöverschen Städtchen Schnackenburg an der Elbe zu Hause, eine Meile vom Mecklenburgischen, wo meine Großmutter mütterlicher Seite lebte, habe ich als Kind schon in dreier Herren Länder gelebt. Die Einzelstaaten habe ich zum Deutschen Reich niemals anders betrachtet, als mehrere Rittergüter in einer Dorfflur.“

(Friedrich Ludwig Jahn in einem Brief aus dem Jahre 1846)