Viel vor in 2016!

Sehr geehrte Gäste, liebe Turn- und Sportfreunde, liebe Kollegen und Unterstützer,

 

das Jahr 2016 ist schon wieder ein paar Taage alt und wir sind gesund und munter aus der Winterpause zurück. Die Erholung war dringend notwendig, bei all dem was hinter uns liegt und im neuen Jahr noch kommen soll. Auch in diesem Jahr werden wir mit der Retroinventarisierung (Neuerfassung) unserer Bestände fortfahren und bereiten die nächste sportwissenschaftliche Tagung in Freyburg vor. Zudem sollen die Mauern im Bereich des Ehrenhofes weiter saniert werden.

 

Unsere größte und schwierigste Aufgabe wird es sein, die dringend notwendige Sanierung des Museums auf den Weg zu bringen. Hierfür benötigen wir jede (finanzielle) Hilfe. Spenden sind hierfür herzlich willkommen. Der allgemeine Betrieb des Museums ist vorerst bis 2019 gesichert. Im Dezember unterschrieb Sachsen-Anhalts Innenminister, Holger Stahlknecht, den Fördermittelvertrag bis 2019. Die stabile finanzielle Lager der Jahn-Gesellschaft lässt auch in diesem Jahr wieder Investitionen im Bürotrakt, den Magazinen und im Außengelände zu. Wir freuen uns auf die anstehenden Aufgaben und natürlich auf viele neugierige Besucher!


Herzliche Grüße aus dem Jahn-Museum

Manuela Dietz

(Geschäftsführerin)

Vorstellung des Tagungsbands „Sportgeschichte mitten in Deutschland“ bei der Jubiläumsveranstaltung „25 Jahre Deutsche Einheit- 25 Jahre Einheit des Sports“ in Freyburg (Unstrut)

Im vergangenen Herbst trafen sich rund 80 sporthistorisch Interessierte aus dem ganzen Bundesgebiet, der Schweiz und Tschechien in Freyburg an der Unstrut um sich beim 7. DAGS-Symposium, unter dem Motto „Sammeln-Erforschen-Zeigen: Sportgeschichte mitten in Deutschland“, auszutauschen. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte DOSB- Präsident Alfons Hörmann übernommen. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung zu „25 Jahre Deutsche Einheit- 25 Jahre Einheit des Sports“, am 8.Oktober, wird der Tagungsband nun offiziell in Freyburg vorgestellt und dem Schirmherrn übergeben werden.

 

Der Band dokumentiert aktuelle Forschungsfelder und -themen der Sportgeschichte in Deutschland und insbesondere der mitteldeutschen Region. Die einzelnen Beiträge verdeutlichen die Themenvielfalt und Bandbreite der sporthistorischen Forschung hierzulande. Diese reicht von lokal- und regionalhistorischen Ansätzen über klassische Themen bis hin zu interdisziplinären und kulturgeschichtlichen Beiträgen. Bereits im Einführungsvortrag des renommierten Sporthistorikers Prof. Dr. Michael Krüger (Universität Münster) wird veranschaulicht, dass Sportgeschichte als integraler Bestandteil anderer Forschungsfelder heute zunehmend auch außerhalb der sportwissenschaftlichen Fakultäten und Universitäten ihren Platz findet. Mit den Beiträgen von Dr. Emanuel Hübner, Dr. Alexander Friedman und Martin Klement wird zudem deutlich, dass zur Erforschung der deutschen Sportgeschichte auch die Zusammenarbeit mit Institutionen und Kollegen außerhalb der Landesgrenzen lohnt. Der Band liefert damit Impulse zur verstärkten Kooperation zwischen Museen, Hochschulen, Archiven und Wissenschaftlern und regt zur internationalen und interdisziplinären Bearbeitung sportgeschichtlicher Fragestellungen an.

 

Bei dem vorliegenden Titel handelt es sich um den zweiten Band der 2014 eröffneten Schriftenreihe, die im ARETE Verlag (Hildesheim) publiziert wird und vorher als DAGS-Magazin“ erschien. „Sportgeschichte mitten in Deutschland“ – herausgegeben von Manuela Dietz, Michael Thomas und Josef Ulfkotte– ist im arete Verlag oder in jeder guten Buchhandlung erhältlich und kostet EURO 29,95 (312 Seiten mit zahleichen s/w-Abbildungen, kartoniert, ISBN 978-3-942468-63-3)

25 Jahre Vereinigung im DTB

Vor 25 Jahren, am 8. und 9. September 1990, nahm der Deutsche Turntag in Hannover die fünf neuen Landesturnverbände aus dem Osten Deutschlands in den Deutschen Turner-Bund auf. Damit war der DTB der erste unter den Sportverbänden, der die Einheit vollzog, noch vor der politischen Vereinigung am 3. Oktober 1990.

 

Nachdem die DDR-Volkskammer im Juli 1990 mit dem Ländereinführungsgesetz die Bildung von fünf Bundesländern beschlossen hatte, war die föderale Struktur auch für den Sport besiegelt. Im September 1990 gründeten sich nach und nach die Landessportbünde. Die Turner-Bünde waren darauf vorbereitet. Bereits am 5. Mai 1990 wurde in Bad Blankenburg der Thüringer Turnverband aus der Taufe gehoben und Anita Pester zur ersten Präsidentin gewählt. Es folgte am 9. Juni in Chemnitz der Sächsische Turnverband mit Dr. Harry Schwarz an der Spitze. Der Landesturnverband Sachsen-Anhalt wurde am 20. Juni 1990 gegründet, geführt vom viel zu früh verstorbenen Präsidenten Prof. Dr. Jürgen Leirich. Am 25. August fand in Güstrow die Gründung des Landesturnverbandes Mecklenburg-Vorpommern statt, erster Präsident war der inzwischen ebenfalls verstorbene Rudi Reichert. Nachzügler war der Märkische Turner-Bund Brandenburg, der am 8. Dezember in Frankfurt/Oder unter Präsident Ulrich Baumann ins Leben gerufen wurde.

 

Eine Besonderheit für den Einheitsprozess im Turner-Bund bestand darin, dass neben dem DTV der DDR weitere Verbände in der DDR Fachgebiete des Turnens vertraten: Der Deutsche Faustballverband, der Deutsche Wanderverband, der Deutsche Orientierungslaufverband und der Musik- und Spielleuteverband. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurden die Vertreter der Turn-Sportarten aus der DDR in das DTB-Präsidium kooptiert mit dem neu gewählten Präsidenten Prof. Dr. Jürgen Dieckert an der Spitze. Mit dem Deutschen Turntag 1992 in Bonn war der Vereinigungsprozess dann komplett vollendet.

 

Die Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft plant aus diesem Anlass am 8. Oktober 2015, um 16 Uhr, im Schützenhaus Freyburg (Unstrut) eine Veranstaltung zu Bilanz und Perspektiven des Sports „mitten in Deutschland“.